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Wird APEX Oracles Nummer eins für Business-Anwendungen?

Auf die inneren Werte kommt es an, sagt man. Wenn aber von Oracle Application Express (APEX) die Rede ist, steht das Äußere genauso im Mittelpunkt wie das Innere – ein Aspekt, der in der modernen Software-Entwicklung oft die entscheidende Rolle spielt. APEX‘ enormes Potenzial erkennen immer mehr Unternehmen, doch reicht es, um Titanen wie Oracle Forms vom Thron zu stoßen?

Wenn man aus der Oracle-Ecke kommt bzw. die eigenen Business-Anwendungen auf der Oracle Datenbank basieren, dann dürfte APEX eine attraktive Alternative sowohl für Modernisierungen als auch für Neuentwicklungen sein. Mit PL/SQL-Kenntnissen, die Oracle-Entwickler ohnehin besitzen sollten und noch einigen wenigen Skills wie Javascript, CSS, HTML5 lassen sich schnell und einfach Anwendungen entwickeln, die zudem mit einer modernen responsive Optik punkten. Alles Gründe, warum die Entwicklungsplattform immer mehr an Popularität gewinnt.

Gerade für Oracle Forms-Anwender, die ihre Business-Applikation modernisieren wollen, stellt APEX eine sehr interessante Alternative dar – beiden Technologien nutzen nämlich dieselbe Programmiersprache. Somit gestaltet sich der Umstieg von Forms auf APEX häufig viel einfacher im Gegensatz zum Java-basierten Application Development Framework (ADF). Unternehmen sparen dadurch gleich an mehreren Stellen, denn neben der lizenzfreien Nutzung, kann auch bereits vorhandenes PL/SQL-Know-how weitergenutzt werden.

Das Ende von Oracle Forms?

Oracle APEX immer beliebter – legitimer Forms-Nachfolger?

Oracle Forms ist seit vielen Jahren eine der populärsten Technologien zur Erstellung von Unternehmensanwendungen. Auch wenn Oracle für die Neuentwicklung seinen Kunden unter anderem ADF oder APEX empfiehlt, wird Forms weiterhin unterstützt und verbessert. „Man sagt schon seit 15 Jahren, Forms wäre tot. Das stimmt aber nicht ganz – es riecht nur komisch.”, schmunzelt PITSS’ Consulting Manager & Scrum Master Christian Piasecki. Gründe dafür gibt es einige: Oracle Forms läuft nach wie vor sehr stabil, wird regelmäßig supportet und kann auch heute noch mit seinen umfangreichen Basis-Funktionalitäten überzeugen.

Die Nachteile liegen nach Meinung des Oracle-Experten vor allem in der UI und UX, die eindeutig nicht mehr state of the art in der Software-Entwicklung sind. Zudem sind mit den letzten Releases keine großen neuen Funktionalitäten dazugekommen. Wer also eine attraktive, moderne Anwendung entwickeln will, die auch auf mobilen Endgeräten nutzbar ist, ist mit APEX besser beraten. Trotzdem wäre es nach Meinung von Christian Piasecki eine Übertreibung, jetzt von einem Trend hin zu APEX zu sprechen. Die Tendenz sei schon seit ein paar Jahren da und werde auch in den nächsten Jahren relativ konstant bleiben.

Parallele Nutzung von APEX und Forms

APEX und Oracle Forms im ParallelbetriebDa beide Technologien aus dem Hause Oracle kommen und PL/SQL nutzen, ist der parallele Betrieb problemlos möglich. Daraus ergibt sich eine smarte Möglichkeit, Oracle Forms-Anwendungen allmählich zu modernisieren. Neue Features können so schneller zum Einsatz kommen. Die Integration einer APEX-Anwendung in Forms ist ebenfalls möglich.

Ein beliebter Ansatz zur Migration einer Forms-Anwendung nach APEX ist das sogenannte Clustering. So werden zum Beispiel einzelne Geschäftsbereiche schrittweise umgestellt. Während der HR-Teil der Software noch in Forms läuft, könnte der Warenwirtschaftsbereich bereits nach APEX migriert werden, ohne dass mögliche Verbindungen zwischen beiden beeinträchtigt werden. Sowohl Forms als auch APEX nutzen im Backend eine Oracle Datenbank – das erleichtert die Übernahme der Business-Logik in die neue Technologie.

Auch APEX hat seine Tücken

Dadurch, dass APEX gerade von Forms-Entwicklern sehr schnell zu erlernen ist, entscheiden sich immer mehr Unternehmen für die Low-code-Plattform. Auch wenn der Ein- bzw. Umstieg relativ leicht erfolgt und die ersten 90% schnell geschafft sind, kommen die meisten Unternehmen selbst mit einem guten Grundwissen ab einem gewissen Punkt ohne kompetente externe Unterstützung nicht weiter. Letztendlich ist bei einem Technologiewechsel immer mit gewissen Herausforderungen zu rechnen.

Der Ansatz macht den Unterschied

Entscheidet man sich für eine Migration oder Weiterentwicklung einer Forms-Anwendung nach APEX, dann ist es von einem großen Vorteil, dass die die bisherige Business-Logik mitgenommen werden kann, anstatt sie neu definieren zu müssen. Dabei spielt der Modernisierungsansatz eine entscheidende Rolle. Gerade bei älteren Anwendungen, wie im Fall von Forms, hat sich die toolgestützte Methode von PITSS, die aus jedem komplexen System die Essenz ziehen und übernehmen kann, bereits tausendfach bewährt. Daher unser Fazit: Mit APEX können Unternehmen leicht neue Dimensionen der modernen Anwendungsentwicklung betreten, vorausgesetzt sie verfügen über alle nötigen Kompetenzen oder lassen sich durch einen erfahrenen Partner unterstützen.