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So reagiert der Markt auf Javas neues Lizenzmodell

Erst Ende 2018 fingen viele IT-Verantwortliche an, sich mit der Zukunft von Java auseinanderzusetzen. Schließlich gilt ab 2019 Oracles neues Lizenzmodell für Java. Möglicherweise ist es Ihnen nicht entgangen: Die Java-Releases 8 und 11 werden nicht mehr kostenfrei supportet. Auch die Vorgängerversionen Java 9 und 10 sind mittlerweile vom Tisch – für sie war der Long-Term-Support (LTS) ohnehin noch nie vorgesehen. Und nun? Wie reagieren darauf Unternehmen, die Java produktiv im Einsatz haben? Wir haben eine Umfrage gemacht, um die Stimmungslage bezüglich des neuen Lizenzmodells einzufangen.

Die Gruppe der befragten ist dabei äußerst heterogen: Sie umfasst Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größen. Ob sie alle Java im Einsatz haben, wussten wir nicht, daher haben wir zuallererst danach gefragt. 79 Prozent haben positiv geantwortet, was ja wenig verwunderlich ist, bedenkt man, dass Java seit 2004 fast ununterbrochen an der Spitze des TIOBE-Index reitet. Entsprechend groß dürfte nun auch die Problematik mit der neuen Support-Politik ausfallen. Ob das betroffene Unternehmen auch so sehen?

Alle sollten zahlen, die meisten wollen es jedoch nicht

100 Prozent unserer Befragten haben angegeben, eine Java-Version im Einsatz zu haben,  für die keine kostenfreien Updates (mehr) verfügbar sind. So liegt die Vermutung nahe, dass sich nahezu alle Befragten von der neuen Support-Politik betroffen fühlen dürften. Gleich mit der nächsten Frage wird diese These jedoch widerlegt: Auf sicherheitsrelevante Updates in Zukunft zu verzichten scheint immerhin ganzen 47 Prozent nicht schwer zu fallen. Möglicherweise liegt allerding die Ursache hierfür darin, dass es sich um kleine, nicht unternehmenskritische Anwendungen handelt. Die restlichen 53 Prozent sind der festen Meinung, dass sie sich keine Sicherheitslücken in ihren Java-Anwendungen leisten können. Puh! Security gewinnt, wenn auch nur knapp.

Und wie soll das Sicherheitsproblem gelöst werden? Zwei von drei Unternehmen mit Java 9 oder 10 im Einsatz geben an, den Umstieg auf das kostenfreie OpenJDK in Erwägung zu ziehen. Unterschätzen sie aber nicht etwa den hohen Recherche-, Migrations- und Testaufwand? Zudem soll ein sechsmonatiger Releasewechsel in Kauf genommen werden, um immer von den neuesten Funktions- und Sicherheitsupdates Gebrauch machen zu können.

Lizenzrisiken und Nutzungsumfang werden möglicherweise unterschätzt

Weiterhin bei Java 8 bleiben, auf Security-Updates verzichten und versuchen, damit zu leben. Ist es wirklich so einfach? Nein. Denn das Oracle JDK bündelt freie und kostenpflichtige Features. Lizenzrisiken bleiben also weiterhin bestehen. Daher haben wir gefragt: Können Sie zweifelsfrei ausschließen, dass Sie kostenpflichtige Java-Features nutzen?

Das Ergebnis ist ein klares Unentschieden. Die Hälfte der Teilnehmer ist überzeugt, dass ihr Unternehmen keine kostenpflichtigen Java-Features nutzt – die andere Hälfte kann dies jedoch nicht eindeutig bestätigen. Und wenn sie sich doch dafür entscheiden, den Oracle Java Subscription Service zu erwerben, dann können trotzdem noch erstaunliche 46 Prozent ihren Nutzungsumfang und somit exakten Bedarf eigenständig bestimmen.

An dieser Stelle fragen wir uns, ob diejenigen, die mit “Ja” geantwortet haben, wirklich davon überzeugt sind? Schließlich ist Java so verbreitet, dass es kaum noch eine Anwendung geben dürfte, die ganz ohne auskommt. Und wenn das so ist, dann könnte man schnell den Überblick verlieren, was wo genutzt wird. Unsere Empfehlung: Auf Nummer sicher gehen und eine Analyse durchführen lassen. Wir selbst nutzen bei unseren Analysen den selbst entwickelten Java Detective, der jede Java-Verwendung ausfindig macht und u.a. dafür sorgt, dass keine Lizenzierungsrisiken entstehen.

Fazit: Kaum Alternativen vorhanden

Gerade Anwenderunternehmen, die auf Sicherheitsupdates angewiesen sind, zwingt Oracles neue Java-Politik, sich mit der Thematik stärker auseinanderzusetzen – entweder durch regelmäßige Umstellung auf die neueste Java-Version oder durch die Nutzung eines LTS-Releases. Der kommerzielle Java-Support gewinnt also deutlich an Bedeutung, daher lohnt sich eine genaue Abwägung der Möglichkeiten und Alternativen, wie wir sie in unserem professionellen Java Assessment anbieten.

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